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Kunsthaus erst nach den Schulen

03. März 2010

Anlässlich des Jahresempfangs der CDU Gera führte Norbert Hein zur Investitionspolitik folgendes aus:

"...

Schulsanierung kostet Geld.
Vor dem Hintergrund der knappen Kassen auch ein klares Wort zur Investitionspolitik. Wir werden darüber wachen, dass zunächst die Schulsanierungen finanziell abgesichert sind. Erst die Schulen, dann andere Wünsche – das gilt auch für das Kunsthaus.
Ich habe viel Verständnis für die Menschen, die fragen, ob wir uns Investitionen in ein neues Museum leisten können, wenn gleichzeitig die Straßen, die zu diesem Haus führen sollen, verrotten. Bislang ist der Ankauf erfolgt – mit dankenswerter immenser Förderung des Freistaats. Dass ein leer stehendes Gebäude mit einer bestimmten Nutzungsabsicht angekauft wird, war und ist richtig.
Der Um- und Ausbau kann erst nach Kassenlage und gesicherter Förderung erfolgen. Es gilt der Satz: Erst die Schulen… Und das gilt unabhängig vom Geburtstag von Otto Dix.
Ich will aber nicht verhehlen, dass mich manche Äußerung in dieser Diskussion nervös macht. Genauso wenig, wie man die Investitionsabsicht verteufeln sollte, sollte man einer Überhöhung erliegen. Meine Damen und Herren, wir reden von einem Haus, dass zukünftig 1.400 m² Ausstellungsfläche bieten soll. Ziemlich wenig für meinen Geschmack. Tatsache ist aber, dass diese Investition nicht der Schlüssel zur Überwindung unserer strukturellen Probleme ist.
Und es ist eben nicht so, als ob wir den Schatz der Nibelungen in der Weißen Elster finden. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als eine wünschenswerte, und deshalb eben nicht verdammungswürdige Verbesserung der Ausstellungsbedingungen – und nicht so sehr der Fläche.
In diesem Sinne freue ich mich über jede positive Schlagzeile über das Kunsthaus – wie eben die Überreichung des Fördermittelbescheides Aber noch mehr würde ich mich über Schlagzeilen freuen, die Neuansiedlungen oder Betriebserweiterungen zum Gegenstand haben. Denn das ist unser eigentliches strukturelles Defizit. Kultur kann Wirtschaft nicht ersetzen, sondern muss sie begleiten.
Wir haben in Gera Kulturgut europäischen Ranges. Ich nenne nur den Sarkophag von Heinrich Posthumus. Ich habe es sehr bedauert, dass dieser Teil der Geschichte Geras auch im Marketingkonzept der Stadt Gera bislang keinerlei Berücksichtigung fand. Wir werden im Rahmen der Fortentwicklung diesen Teil verstärkt einbringen. Ich bin überzeugt davon, dass die Geschichte als Reussische Residenz ein unverzichtbares Identifikationsmerkmal Geras ist. Und auch ein hervorragender Werbeträger.
..."